Belgien - Gaming Commission
Regulierungsbehörde und rechtlicher Rahmen
Der KSC stellt Lizenzen aus, veröffentlicht methodische Dokumente, führt ein Verletzungsregister, veranlasst Sperren/Strafen und unterhält nationale Spielerschutzregister.
Die Verordnung kombiniert Bundesvorschriften und lokale (kommunale/regionale) Anforderungen, insbesondere für die Bodeninfrastruktur und Gebühren.
Für Online gelten strenge Regeln für Identifikation, verantwortungsvolles Spielen und Marketing sowie punktgenaue technische Standards (Ereignisprotokolle, Datenintegrität, RNG/Gaming-Zertifizierung).
Lizenzklassen und „online via offline“
Das belgische Lizenzsystem ist mehrstufig. Schlüsselklassen (vereinfacht):- A (Casino )/A + (Online Casino) ist ein landbasiertes Casino und sein Online-Äquivalent.
- B (Gaming Hall )/B + (Online Slots/Arcades) - Spielhallen mit Spielautomaten und entsprechenden Online-Produkten.
- F1 (Bookmaker )/F1 + (Online Betting) ist ein Buchmacher und seine Online-Version.
- F2 - Wettannahmestellen (PoS/Agenten).
- E - Maschinenausrüstung/Lieferanten.
- G - „Medienspiele“ (Wettbewerbe usw.; spezialisierten Modus).
- D - persönliche Lizenzen für Mitarbeiter der Branche.
Kritisches Prinzip: A + kann nur Halter A, B + Halter B, F1 + Halter F1 erhalten. Damit wird die „Bindung“ des Online-Betreibers an die terrestrische Basis gefestigt und die Kontrolle durch den KSC gestärkt.
Alter und Zugriff
21 + - für Casino-Produkte und Hallen (A/A +, B/B +).
18 + - für Wetten (F1/F1 +), Lotterien und die meisten „leichten“ Online-Aktivitäten.
Der Zugang erfolgt nach einer strengen KYC (eID/itsme usw.) mit Statusüberprüfung in den nationalen Registern.
EPIS - Ein einziges Selbstausschlussregister
EPIS (Excluded Persons Information System) ist ein zentrales System, das Folgendes umfasst:- freiwilliger Selbstausschluss des Spielers;
- administrative/gerichtliche Ausnahmen (z. B. im Rahmen des Schulden-/Sozialschutzes);
- automatische Verbote für bestimmte Kategorien (einschließlich Industriearbeiter in bestimmten Rollen).
Der Betreiber ist verpflichtet, EPIS vor der Spielzulassung und für etwaige Marketing-Berührungen zu überprüfen. Die Störung ist eine der schwersten.
Werbung und Sponsoring
Seit Mitte 2023 gilt ein nahezu vollständiges Werbeverbot für Glücksspiele in Massenkanälen (TV/Radio/Outdoor/Print/Online-Banner ohne starres Age-Gating etc.).
Sportsponsoring ist (mit gestaffelten Fristen) verboten: von allgemeinen Partnerschaften bis zur Platzierung der Marke auf Uniformen, Stadien und Medienvermögen von Vereinen/Ligen.
Alle zulässigen „informativen“ Mitteilungen müssen mit Warnhinweisen versehen sein und dürfen nicht an gefährdete Gruppen gerichtet sein. Zusammenarbeit mit Partnern - unter voller Verantwortung des Betreibers.
Zahlungen, Limits und Haftung
Kreditkarten für Online-Glücksspiele sind verboten; nur „kreditlose“ Methoden (Debit/Bank) sind erlaubt.
Es gelten Schwellenwerte (für Auffüllung/Ausgaben/Verluste) und „Realschecks“; Der Spieler muss die Einzahlungshistorie, die Spielzeit und die Risikowarnungen sehen.
Obligatorisch ist die risikobasierte AML-Kontur (Identifikation, Sanktions-/PEP-Screening, SoF/SoW auf Trigger, Transaktionsüberwachung), das Verbot von Zahlungen an Dritte.
Technische Anforderungen und Reporting
Zertifizierung von Spielmodulen und RNGs durch akkreditierte Labore; Versionskontrolle von Bildern, unveränderliche Protokolle.
Vollständige Protokollierung: Sitzungen, Ein-/Auszahlungen, Wetten/Gewinne, Bonusverpflichtungen, Limitänderungen, alle RG-Ereignisse.
Speicherung und Übertragung von Daten gemäß den belgischen/europäischen Sicherheits- und Datenschutzstandards (einschließlich DSGVO).
Geplante und plötzliche KSC-Inspektionen; obligatorische regelmäßige Berichte über die Formulare der Regulierungsbehörde.
Steuern und Gebühren (High-Level)
Glücksspielaktivitäten unterliegen einer speziellen Glücksspielsteuer, Struktur und Wetten hängen von der Vertikalen und der Region ab (Online-Casinos, Online-Wetten, landbasierte Formate - nach verschiedenen Skalen).
Die Mehrwertsteuer wird in der Regel nicht auf die Spieleinnahmen selbst erhoben (Freistellung), sondern die Leistungen Dritter (Marketing, IT, Outsider) unterliegen der Allgemeinverfügung.
Körperschaftssteuer - zum allgemein festgelegten Satz; kommunale Gebühren für den Bodenteil möglich.
Durchsetzung und Bekämpfung illegaler Angebote
Schwarze Liste von Websites und regelmäßige ISP-Sperren.
Strafen und Vorschriften für Betreiber/Affiliates/Medien, auch für Werbe- und EPIS-Verstöße.
Öffentliche Pressemitteilungen der KSC stärken die präventive Wirkung und Disziplin des Marktes.
Praktische Checkliste zum Starten (B2C/B2B)
1) Lizenzierung
Definieren Sie die Vertikale: A +/B +/F1 + (online) über die A/B/F1 (offline).
Bereiten Sie ein Paket für Begünstigte/Schlüsselpersonen und finanzielle Nachhaltigkeit vor.
Für Inhalte/Plattformen - Stellen Sie sicher, dass das Bereitstellungsmodell innerhalb der ausgewählten Klasse gültig ist.
2) Technologie und Daten
Implementieren Sie KYC (eID/itsme), EPIS-Integration, Limitmechanismen und Realitätschecks.
Stellen Sie sicher, dass Spiele/RNG-Zertifizierung, Protokolle vollständig und unveränderliche Daten sind.
Konfigurieren Sie das Reporting für KSC-Formate; Getrennte Abrechnung von Spielerfonds/Jackpots/Boni.
3) Zahlungen und AML
Kreditkarten ausschließen; Verwenden Sie nur „kreditfreie“ Methoden.
Richten Sie Sanktions-/PER-Screening, Betrugsbekämpfung und SoF/SoW-Risikoverfahren ein.
4) Marketing und Affiliates
Bauen Sie eine Strategie ohne klassische Werbung und Sportsponsoring auf.
Schreiben Sie in Ihren Affiliate-Verträgen die volle Compliance-Verantwortung auf; age-gating/Geofilter aktivieren.
5) Operationen
Vorschriften für Vorfälle (einschließlich Lecks und RG-Ereignisse), Kontaktkarte der Regulierungsbehörde, SLA-Korrekturen.
Regelmäßige interne Audits: EPIS-Prüfungen, Korrektheit der Grenzwerte, Integrität der Protokolle.
Häufige Bedienerfehler
Der Versuch, eine Online-Genehmigung zu erhalten, ohne an eine terrestrische Lizenz „gebunden“ zu sein.
Unvollständige EPIS-Prüfpunkte (insbesondere E-Mail/SMS/Retargeting).
Verwendung von Kreditkarten und aggressiven Anreizen/Kreativen, die gegen das Werbeverbot verstoßen.
Unzureichende Detaillierung von Protokollen und Fehlern in Berichtsabladungen.
Missachtung kommunaler Vorgaben für PoS/offline (F2 etc.).
Trends 2025 +
Stärkung des „werbefreien“ Paradigmas: strengere Kontrolle von Sportintegrationen und Überwachung von Influencern/Inhalten.
Stärkung von Verhaltensanalysen und präventiven RG-Instrumenten (Frühinterventionen, Zielbeschränkungen).
Gezielte Aktualisierungen der KSC-Methoden für Daten und Berichterstattung; Priorisierung der Telemetrie und des nachweisbaren Spielerschutzes.
Schlussfolgerung
Belgien ist ein Markt mit einer hohen Eintrittsschwelle und klaren Regeln: Online-Zulassung über Offline-Lizenz, strenge EPIS, Werbe-/Sponsoring-Verbot, strenge Zahlungs- und RG-Regeln, detaillierte Berichterstattung. Betreiber, die bereit sind, ohne traditionelles Marketing, mit tiefer Telemetrie und einwandfreier Compliance zu arbeiten, erhalten Zugang zu einer stabilen Gerichtsbarkeit mit klaren regulatorischen Erwartungen und vorhersehbarer Durchsetzung.